Modernste Untersuchungsmethoden des Gleichgewichts und des Hörens

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Gemeinschaftspraxis Dres. Geisse HNO am Zoo, Frankfurt

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis ist die sog. Neurootologie. Also die detaillierte Abklärung von Gleichgewicht, Gehör und zentralen Nervenbahnen dieser Sinnessysteme.
Mit großem persönlichem Engagement, durch zahlreiche und fortlaufende Fortbildungen und die Verwendung modernster Untersuchungssysteme sind wir in diesem Gebiet eine der führenden Praxen im Rhein-Main Gebiet.
Diesbezüglich sin wir ausgezeichnet mit dem offiziellen „Zertifikat der Neurootologie“ des HNO Berufsverbandes.

Schwindelabklärung
Das Gleichgewichtsorgan ist ein Bestandteil des Innenohrs. Es ist wesentlich zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes erforderlich, damit wir nicht stürzen und unser Blick auch bei schnellen Kopfbewegungen stabil bleibt.
Eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans führt zu Schwindel, typisch als Drehschwindel mit Übelkeit. Der Stand wird unsicher und es kann zu einer verwackelten Wahrnehmung der Umwelt beim Laufen kommen.
Zur Klärung der Ursache von Schwindel ist daher die Untersuchung des Gleichgewichtsorgans durch den Hals-Nasen- Ohrenarzt sehr wichtig.
Das Gleichgewichtsorgan setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen: Den drei Bogengängen und dem sog. Sacculus und Utriculus. Die Bogengänge sind in alle drei Richtungen des Raumes ausgerichtet und messen Drehbeschleunigungen (z.B. beim Karussellfahren, Kopfschütteln, Purzelbaumschlagen). Sacculus und Utriculus messen Beschleunigungen in einer Ebene, sog. Linearbeschleunigungen (z.B. Autofahren, Fahrstuhlfahren).
Die Gleichgewichtsuntersuchung und –therapie ist ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis.
Bei der Untersuchung des Gleichgewichtsorgans setzen wir eine umfassende Analyse des gesamten Gleichgewichtsorgans mittels modernster Untersuchungstechniken ein:

Orientierierende Untersuchung
Hier erfolgt die Prüfung von Fallneigung und Koordination.
Wichtig ist auch die Untersuchung auf bestimmte Augenbewegungen (sog. Nystagmen), die bei einer Schädigung des Gleichgewichtsorgans auftreten. Mithilfe einer speziellen Brille, der sog. Frenzelbrille, können diese erkannt werden.

Lagerungsprüfung
Bei der Lagerungsprüfung wird der Patient auf einer Liege hin- und hergelagert. Mit dieser Untersuchung wird eine spezielle Gleichgewichtserkrankung aufgedeckt, der sog. Lagerungsschwindel. Hier haben sich winzige Kristalle im Innenohr gelöst, welche sich durch die Flüssigkeit des Bogenganges bewegen und dann zu kurzem und starkem Schwindel führen.

Videonystagmographie
Bei der Videonystagmographie wird ein Bogengang des Gleichgewichtsorgans durch eine Ohrspülung mit warmen oder kaltem Wasser oder Luft gereizt. Dies führt dann zu den typischen Augenbewegungen (Nystagmen), welche über die Videokamera aufgezeichnet und dann analysiert werden. So kann anhand der Stärke dieser Augenbewegungen erkannt werden, ob der Bogengang einer Seite schwächer oder gar nicht mehr reagiert.

Video-Kopfimpulstest nach Halmagyi
Der Kopfimpulstest nutzt die Funktion der Bogengänge des Gleichgewichtsorgans, die Augen so zu steuern, dass
ein Blickziel auch bei schnellen Kopfbewegungen immer scharf und ohne zu wackeln gesehen wird.
Beim Kopfimpulstest wird eine kurze und schnelle Kopfbewegung ausgeführt, während der ein Punkt angeschaut werden soll. Funktioniert der Bogengang des Gleichgewichtsorgans, kann der Punkt auch während der Kopfbewegung sicher und stabil angeschaut werden. Dies wird am Auge über eine Videokamera aufgezeichnet.
Je nach Richtung der Kopfbewegung wird ein bestimmter Bogengang im Gleichgewichtsorgan gereizt.
Über diese Untersuchung kann so jeder der drei Bogengänge einzeln und für jedes Ohr getrennt untersucht werden. Mit dieser neuartigen Untersuchung ist es erstmalig möglich alle drei Bogengänge zu untersuchen.
Mit der klassischen Gleichgewichtsprüfung über die Ohrspülung konnte bisher nur eine dieser Bogengänge untersucht werden. So wurden Erkrankungen der anderen beiden Bogengänge bisher nicht erkannt.

Vestibulär evozierte myogene Potentiale
Mithilfe der VEMP werden Sacculus und Utriculus untersucht. Diese komplettiert die Analyse des Gleichgewichtsorgans auf alle seine Bestandteile. Hierbei wird über ein Tonsignal der Sacculus und Utriculus gereizt. Dies führt zu einer veränderten Muskelspannung in der Halsmuskulatur oder Augenmuskulatur. Diese kann mittels auf die Haut aufgeklebter Elektroden gemessen werden. An der Spannungsänderung der Muskulatur kann so eine Aussage über die Funktion des Sacculus oder Utriculus getroffen werden.

Posturographie (Balance Board)
Bei der Analyse der Standstabilität wird eine der wesentlichen Aufgaben des Gleichgewichtsorgans getestet. Hierbei steht der Patient auf einer Platte, dem Balance Board. Unter verschiedenen Bedingungen (Augen auf, Augen geschlossen, Stehen auf einer wackligen Schaumstoffmatte mit offenen und geschlossenen Augen) wird die Fallneigung mit Richtung der Fallneigung analysiert. So können auch schon Koordinationsstörungen erfasst werden, auch wenn in den anderen Untersuchungen die eigentliche Funktion des Gleichgewichtsorgans nicht gestört ist. So kommt es zum Beispiel beim älteren Menschen zu einer Fallneigung und erhöhtem Sturzrisiko, obwohl das Gleichgewichtsorgan noch funktioniert. Hier ist dann ein Gleichgewichtstraining wichtig, um das Sturzrisiko und die Gefahr von Knochenbrüchen als Sturzfolge zu verhindern.